Bierherstellung

Malzbereitung

beim Werdegang des Bieres

 

Der Werdegang des Bieres beginnt mit der Malzbereitung. Die ankommende Braugerste wird in der G e r s t e n - P u t z e r e i von Sand, Staub, Unkrautsamen, kleinen und halben Körnern usw. befreit und dann auf trockenen Böden gelagert. Geputzt und sortiert wandert sie in den Q u e l l b o t t i c h (Gerstenweiche). Hier wird sie gewaschen und nimmt dabei die zu ihrem späteren Wachstum erforderlich Feuchtigkeit auf die M a l z t e n n e, wo das zunächst unlösliche Korninnere durch den Keimvorgang für die spätere Verflüssigung vorbereitet wird. Unter Zufuhr von Luft und mäßiger Wärme entwickelt sich in 8 Tagen bei häufigem Umwenden des Keimgutes der Keim. In diesen Zustand heißt die gekeimte Gerste "Grünmalz".

 

Das Grünmalz besitzt noch Rohfruchtgeschmack. Erst auf der D a r r e erhält es unter der Einwirkung von heißer Luft sein charakteristisches Malzaroma, dessen feine Abtönung je nach der Art des Biertyps, welchen man erzeugen will, durch Regelung von Temperatur und Feuchtigkeitsgrad bestimmt wird.

Das fertige Malz wird in der M a l z - P u t z e r e i  von den Wurzelkeimen befreit, entstaubt und poliert und ist nach längerer Lagerung fertig zur Verbrauung. Die Malzkeime (Wurzelkeime) sind ein wertvolles Futtermittel.

 

Würzebereitung

beim Werdegang des Bieres

 

Das Braumalz wird im Sudhaus der Brauerei zunächst in S c h r o t - o d e r M a l z m ü h l en geschrotet. Jetzt ist es fertig zur Verflüssigung, der Hauptsache des Sudvorganges. Das fein zerkleinerte Malz wird im M a i s c h b o t t i c h mit warmem Wasser "eingemaischt". Durch wiederholte Kochungen von Teilmengen in der M a i s c h p f a n n e, wodurch die Temperaturen im Maischebottich allmählich bis zu 75° Celsius ansteigen, werden unter der Einwirkung der natürlichen Abbaukräfte die wertvollen Inhaltsstoffe des Malzes, Stärke und Eiweiß, abgebaut und in Lösung gebracht. Die erhaltene Lösung heißt Malzextrakt. Im L ä  u t e r b o t t i c h werden die unlöslichen Bestandteile des Malzes, die als Eiweißreiches Futtermittel bekannten Biertreber, von der Würze getrennt. Die Würze erhält in der W ü r z e k o c h p f a n n e (Sudbottich) durch zweistündiges Kochen mit Hopfen die beliebte Bittere des Bieres.

Die heiße Bierwürze wird auf dem Kühlschiff, einer flachen Wanne mit sehr großer Oberfläche schnell heruntergekühlt und läuft von dort durch Kupferne Berieselungskühler, die die Temperatur weiter absenken, hinunter in die Bottiche des Gärkellers.

 

Gärung und Lagerung

beim Werdegang des Bieres

 

Im Gärbottich wandelt bei 5 - 9? Celsius die reingezüchtete Bierhefe in 8 - 10 Tagen den leicht zersetzlichen Malzzucker der kalten Bierwürze in Alkohol und Kohlensäure, d.h. in haltbare Stoffe, um. Gleichzeitig nimmt die Hefe von den Eiweißkörpern die leicht verderblichen Teile in sich auf. Das Erzeugnis der Bottichgärung heißt B i e r.

Die Nachgärung bis zur Trinkreife vollzieht sich in 2 - 6 Monaten in riesigen Lagerfässern oder in Tanks aus Aluminium oder innenemaillierten Stahl bei Temperaturen, die nicht viel über dem Gefrierpunkt liegen. Von einem bestimmten Zeitpunkt ab wird der Lagerbehälter gespundet und hierdurch die Kohlensäure gebunden. Das nach Abschluss der Lagerzeit vollkommen ausgereifte Bier wird blank gefiltert und auf sorgsam gereinigte Fässer und Flaschen abgefüllt. Es ist jetzt fertig zum Verbrauch und nimmt seinen Weg, der es seiner Zweckbestimmung zuführt: den Bierliebenden zur Nahrung und Genuss wie zu Erfrischung und Entspannung zu dienen.

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